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Genese der Schönheit

Dr. Karsten Sawatzki mit Model Rebecca Mir Dr. Karsten Sawatzki mit Rebecca Mir - 5 Jahre Haarwerk und Opening The icons Concept Store, Sparkassenstrasse Muenchen am 11.11.2011
Foto Sigi Jantz -b.a.-

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Dr. Karsten Sawatzki ist ein Schönheitschirurg mit Künstlerauge. Der smarte Doc reflektiert gerne  über das, was menschliche Ästhetik ausmacht – sozusagen ein Berufstick. So lässt sich auch vorhersagen, welches Model oder welche Schauspielerin dauerhaft durch besondere Attraktivität glänzt. Wir sprachen mit ihm über idealtypische Schönheit und ihre unterschiedliche Ausprägung auf der Welt.
Neulich sahen wir Sie mit Rebecca Mir, einer Finalteilnehmerin von Germany‘s Next Topmodel. Wie beurteilen Sie als Experte ihr Aussehen?
Ihr Vater stammt ursprünglich aus Afghanistan, sie hat daher einige persische Züge in sich, was ihr diese exotische Note verleiht. Die Perser sind auch dafür bekannt, schon immer sehr attraktive Menschen hervorgebracht zu haben.
Auch Ihre Bekannte Sandra Ahrabian, Modell und Schauspielerin, hat persische Ursprünge.
Ja, in der Tat, auch bei ihr kommt eine attraktive Mischung der Erbanlagen zusammen. Ich kannte Sandra schon, als sie noch ein junges Mädchen war – schon damals war sie sehr hübsch. Damals habe ich bereits geahnt, dass aus ihr eine sehr attraktive Frau würde. Dafür entwickelt man im Laufe der Jahre ein Auge. Vielleicht hätte ich ja auch als Modelscout Erfolg gehabt (lacht).
Was macht denn idealtypische Schönheit aus?
Zunächst: Der Eindruck von Schönheit entsteht ganz wesentlich durch die Ausstrahlung. Die Gesamterscheinung setzt sich vielfältig zusammen, angefangen bei Gang und Haltung. Wenn dann noch die richtige Figur, ein schönes Gesicht und wallende Haare hinzukommen, hält man fast ehrfürchtig die Luft an. Ich denke in diesem Zusammenhang an die Victoria-Secret-Models oder gefallene Engel aus anderen Werbespots. Solche Engelstypen sind natürlich Traumbilder. Aber daher ist das klassische weibliche Schönheitsideal ist nach wie vor: hohe Wangenknochen, große Augen, eine wohlgeformte Nase, volle Lippen und lange Haare  - das ist das klassische Engelsgesicht. Zugegeben, wir Männer werden auch weich, wenn Frauen uns mit weichem Blick betören; eine leicht geschwungene Nase und ein sanftes Lächeln – eben die Fortsetzung des Kindchenschemas bei Erwachsenen, das wirkt.
Das Gesicht lässt sich mit den Mitteln der plastischen Chirurgie verändern – doch ist das der heikelste Bereich der Schönheitschirurgie…
Sicherlich bedürfen Korrekturen am Gesicht durch den Schönheitschirurgen einer besonderen Erfahrung; der Eindruck von Schönheit und Attraktivität entsteht wesentlich bei der Betrachtung des Gesichtes; hier fallen Unstimmigkeiten also am schnellsten auf. Da bedarf es eines erfahrenen Arztes und eines guten Vertrauensverhältnisses von Seiten des Patienten. Gleichwohl sind ja häufig keine großen Eingriffe nötig, um etwa Proportionen zu korrigieren. Ich plädiere stets für eine Politik der kleinen Schritte – es sind meist die kleinen Korrekturen, die große Wirkung zeigen. Häufig zeitigt eine veränderte Nasenspitze oder ein gestrafftes Augenlid schon erstaunliche Veränderungen des Erscheinungsbildes. Solche Wirkungen vor dem Eingriff richtig einzuschätzen, gehört zu den großen Herausforderungen an den Chirurgen.
Auch wenn es einen idealen Schönheitstyp gibt, ist Schönheit doch auch immer etwas sehr Individuelles.
Unbedingt. Jedes Gesicht hat seine eigenen Züge, deren Wesen und Proportionen es zu erkennen gilt. Ganz simpel formuliert: Nicht jede Nase passt in jedes Gesicht. Dass muss ich oft auch Patienten klar machen, die mit Idealvorstellungen, manchmal auch mit Verweis auf prominente Vorbilder, zu mir in die Sprechstunde kommen. Hier ist der Schönheitschirurg nicht nur als Handwerker-Arzt, sondern auch als Künstler und Psychologe gefragt, um sowohl Anspruch mit Wirklichkeit als auch Machbarkeit mit Wünschen in Einklang zu bringen, ohne einerseits falsche Hoffnungen zu wecken, andererseits einen Traum wie eine Seifenblase zerplatzen zu lassen.
Herrscht nun im Winter eigentlich Hochkonjunktur bei den Schönheitschirurgen?
In der Tat wird die Umsetzung der Patienten-Wünsche im Winter häufig konkreter. Jetzt ist die Zeit, wo man sich zurückziehen und vermummeln kann, wo es nicht auffällt, wenn man mal ein, zwei Wochen nicht im Biergarten oder am Strand ist. Der wolkenverhangene Himmel tut sein Übriges, dass man Lust hat, sich etwas Gutes zu tun. Die Tiere wechseln das Kleid, die Damen machen sich schön. In der kalten Jahreszeit trauen sich die Menschen – übrigens auch die Männer – schneller an das Thema heran. Deshalb finden auch größere Eingriffe wie Nase, Brust, Face- oder Augenlift öfter statt als in der warmen Jahreszeit. Sicher ist es auch eine Nachwirkung des Sommers – an den Stränden war man auf „Outlook-Shopping“, nun möchte man die Wünsche Wirklichkeit werden lassen.

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