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Die Pure Kraft der Weiblichkeit

Der Heilungsprozess des ehemaligen Models Inga Tränker in Form von Kunst nimmt seinen Verlauf. Mit Schmerz, Ärger, aber auch Freude erschuf das ehemalige Model wilde, farbenfrohe Collagen, die in ihrem Atelier zu bewundern sind. Terminvereinbarung: Mobil 0157/51706646 Text ©Pia-Tabea Heyen

Collage "I loved you" Inga Tränker und ihre Exmäƒnner

Collage "I loved you" Inga Tränker und ihre Exmäƒnner

Collage "Selbstportrait"

Collage "Selbstportrait"

©Georg Braun

©Georg Braun

Designer Helmut Oppenberger und Inga Tränker

Designer Helmut Oppenberger und Inga Tränker

Saxophonist Goetz Grünberg und Künstlerin Inga Tränker

Saxophonist Goetz Grünberg und Künstlerin Inga Tränker

Inga Tränker ©Peter Soldner

Inga Tränker ©Peter Soldner

Inga Tränker und Julita Miller-Amann

Inga Tränker und Julita Miller-Amann

Die Künstlerin und Kultgalerist Wolfgang Roucka

Die Künstlerin und Kultgalerist Wolfgang Roucka

Inga Tränker ©Peter Soldner

Inga Tränker ©Peter Soldner

Kunstexpertin Tatyana von Leys und Laudator Erich Stawicki

Kunstexpertin Tatyana von Leys und Laudator Erich Stawicki

Markus und Tom von der Schwabinger Bruckmann's Bar

Markus und Tom von der Schwabinger Bruckmann's Bar

Schauspielerin Lena Brecht

Schauspielerin Lena Brecht

Starvisagistin Martina Otte

Starvisagistin Martina Otte

KIR Praktikantin Pia und die Künstlerin

KIR Praktikantin Pia und die Künstlerin

Sehen Sie Inga und ihre Kunst in zwei Filmen vorab:

„Kunst von Morgen“: bit.ly/1GqUGL3

Vernissage: bit.ly/1JVDSy9

 

Inga Tränker – Vom Model zur Künstlerin

 

Vom erotischen Fotomodel zur vielseitigen Künstlerin: Das ehemalige Fotomodel Inga Tränker zeigte auf ihrer Vernissage im gemütlichen spanischen Lokal „Bodega La Tienda Ene“ am 22. Mai ihre Ausstellung „Die Pure Kraft der Weiblichkeit“. Im Mittelpunkt standen wilde Collagen in den verschiedensten Formaten und Farben. Außerdem erfreute sich die zahlreich erschienende Prominenz an einer Lesung der Künstlerin aus ihrem Roman „Der sündige Mönch“.

 

Kunst als Therapie

Jede der Collagen ist nicht nur ein Unikat, sondern auch ein echter Eye-Catcher. Die Modelfotos aus den siebziger Jahren des Models Inga Tränker hat sie eigens neu inszeniert: Kühles Schwarz trifft beispielsweise auf knalliges Rot, was eine erotische Spannung erzeugt. „Der Ursprung war alles Schwarz-Weiß Bilder und dann hat Sie das daraus gemacht“, informiert uns der Galerist Wolfgang Roucka, welcher seine Galerie bereits 50 Jahre betreibt. Er und Inga kennen sich bereits viele Jahre: „Wolfgang hat mich unterstützt, indem er sagt, welche Rahmen und Größen vielleicht gut sind. Das war schon ganz wichtig. Die Bestätigung war wichtig. Die Idee für die Formate hatte ich eigentlich selber, aber er hat mich bestätigt. Als ich die kleinen Taschenbilder ansprach, sagte er: Ohh, das ist gut! Taschenbilder, das machst du. Das hat noch keiner gemacht.“, sagt Inga. Die kleinen Taschenbilder sehen süß aus und in ihnen versteckt sich eine tiefe Bedeutung. In ihren Bildern verarbeitet Inga ihre Zeit als Model. Glamour, Spaß, wilde Partys, perfekte Körper und traumhafte Strände kommen einen als Erstes in den Sinn, wenn man an den Beruf des Models denkt. Doch dieser Traum birgt auch Schattenseiten, wie Inga Tränker genau weiß: “Das Modeln ist ein Traum und es waren auch schöne Zeiten, nur diese Nachwirkungen aus der Zeit hatten natürlich auch viele negative Seiten. Du wirst älter, du bist nicht mehr so perfekt, morgens wenn du aufstehst. Sind halt sehr viele Dinge, die auch eigentlich normal sind für eine Frau, oder Mädchen. Jedes Mädchen wird älter und kriegt mal eine Falte. Gerade wenn du deine Periode hast, darfst du keine Augenringe haben. Du darfst einfach nichts haben und das ist natürlich auch sehr unmenschlich. Es ist sehr schwierig damit umzugehen und das staut sich. Es wird immer schwieriger.“

Die Weiblichkeit als Ausdruckform

Mit ihren Bildern hat sie die schwierige Zeit ihrer Jugend aufgearbeitet und ihr Innerstes nach außen getragen. Dabei ist sie immer dem Motto, jeden Tag etwas Neues zu machen und sich neu zu erfinden, treu geblieben. Von leidenschaftlichen Bildern zur Präzisionsarbeit bei Collagen, Inga im Wandel: „Aber dann habe ich mir das so überlegt und hab mir gedacht: Das wäre eigentlich sehr gut für mich, wenn ich jetzt was ganz Neues bringe. Ich hatte immer große Formate und die zu verkaufen ist auch schwierig, obwohl ich es liebe, sie zu arbeiten, so richtig raus zu hauen. Das kannst du auf den kleinen Formaten nicht und man muss ganz genau, aber es wieder eine ganz andere Art mit den Themen umzugehen. Es ist eine Weiterentwicklung passiert und ich habe noch mal meine Jugend aufgearbeitet, wunderbar. Und ich war immer in Freude, immer.“ Ihre Werke sind nach der Produktion immer sehr ausdruckstark, bunt und wild. Dieses Ergebnis käme aus ihrem Inneren heraus und sei nicht gewollt. Im Fokus steht dabei immer das Bild der Frau. Warum ist das so? „Ich weiß es ehrlich gesagt auch nicht, warum es immer die Frau ist. Aber wahrscheinlich bin ich es selber, die in so viele Rollen schlüpft, in viele Facetten. Als Künstler glaube ich, hast du noch mal mehr Facetten. Der Andere nimmt das nicht so wahr. Ich merke schon oft, heute spiele ich wieder die Rolle. Ich habe das Normale versucht. Der Versuch ist immer da, diese Weiterentwicklung und daran arbeite ich ständig. Dann drücke ich mich mit der Farbe, mit den Formen aus. Du müsstest mal drauf achten, wie ich die Frau immer male. Welche Haarfarben ich benutze und wie ist die Schulter. Sie hat immer eine leichte Erotik irgendwo. Haben aber immer eine starke Aussage“ Diese Aussagekraft überzeugt nicht nur Kunstkritiker: „Ingas Collagen waren sehr ausdrucksstark und lebhaft. Sie hat viel Liebe und Arbeit in die Details rein gesteckt und hat natürlich mit Außergewöhnlichkeit und Direktheit überzeugt. Die Bilder fand ich teilweise im guten Sinne provokant, aber jedes der Collagen hatte auch eine Botschaft, die sie ausdrückten. Alles in allem eine sehr ausdrucksstarke und gelungene Ausstellung“, teilt uns die kanadische Schauspielerin Lena Brecht mit.

Heilung durch Worte

Fernab des Malens versucht Inga ihre Gefühle in Worte auszudrücken. Ihr Buch „Der sündige Mönch“ beschreibt auf witzige, aber dennoch erotische Weise ein Verhältnis von einem Fotomodell zu einem Mönch. In ihren Gedichten, wie „Das Fotomodel“, zeigt sie die Höhen und Tiefen des Modeldaseins. Dabei wird deutlich, wie tief ihre Verletzungen aus der Zeit gehen. Ein Krankenhausaufenthalt und der beinahe Tod bringt die Wendung in ihr Leben: „Ich bin zusammengebrochen und wiederauferstanden, nicht gestorben.“. Trotz der negativen Ereignisse hat sie ihre Lebensfreude und offene Haltung gegenüber allem, besonders gegenüber anderen Kulturen nicht verloren. Eine starke, offenherzige Frau für die Respekt gegenüber anderen Menschen das Allerwichtigste ist,  „bei jedem Menschen, egal wo er herkommt.“

 

Collagen ©Gabriele Rehak, Dimitri Davies

Fotos vom Event ©Peter Soldner, Roland Pichl, IT Press Ltd., P.A. Ricciardi, Georg Braun