Dolce Vita im Vino e Gusto

MAN MUSS NICHT UNBEDINGT ITALIENISCHE WURZELN HABEN, UM EIN TRADITIONSREICHES LOKAL MITTEN IN DER MÜNCHNER ALTSTADT ERFOLGREICH ZU FÜHREN. GUIDO PRICK HAT ES GESCHAFFT, DASS SICH JEDER GAST IM VINO E GUSTO WIE ZU BESUCH BEI EINER FAMILIE IN ITALIEN FÜHLT UND DAMIT TÄGLICH DIE AUTHENTISCHE ATMOSPHÄRE SOWIE EINE AUSGEZEICHNETE MEDITERRANE KÜCHE MIT AUSGEWÄHLTEN WEINEN GENIESSEN KANN.




KIR: Das Vino e Gusto zählt zu den besonderen italienischen Restaurants in München und wird von vielen Ihrer Gästen als „zweites Wohnzimmer“ bezeichnet. Woran liegt das Ihrer Meinung nach?

Das hängt vielleicht mit der besonderen Geschichte des Hauses zusammen. Es beherbergt seit 1893 verschiedene Gastronomien und hat damit eine ganz besondere Ausstrahlung. Ich möchte diese Ausstrahlung gerne weiter unterstützen. Meine Wunschgäste sind die arrivierten, empathischen, warmherzigen Menschen. Für sie möchte ich da sein und ich möchte, dass diese Menschen sich hier treffen, sich kennenlernen, einen tollen Abend verbringen und zurückdenkend sagen: „Wenn ich wieder die Möglichkeit habe, ins Vino e Gusto zu gehen, dann werde ich das bald wieder tun.“ Und es funktioniert! Meine Liebe zum Detail, zu den Weinen, zum Interieur und zum Essen ist das, was mich mit diesen Menschen verbindet, und ich sehe sie dann immer gerne in ihrem „zweiten Wohnzimmer“ wieder.

 

KIR: Sie bieten eine legendäre Weinauswahl an. Gibt es dabei etwas Besonderes, was in München nur bei Vino e Gusto exklusiv angeboten wird?

Dem Thema „Wein“ habe ich mich ganz besonders angenommen, weil es mir sehr am Herzen liegt. Da Wein wohl eine ganz persönliche Angelegenheit ist und es keinen allgemeingültigen „Wein-Geschmack“ geben kann, sehe ich es als meine Aufgabe, für jeden Gaumen einen speziellen Tropfen bereitzuhalten. Ich habe mir die Mühe gemacht und alle meine Weine selber probiert. Glauben Sie mir, das war harte Arbeit! Seit November letzten Jahres bieten wir als erstes und einziges Lokal in München die besonderen „Il Borro“-Weine von Ferragamo an. Diese Weine verfügen über einen großen Körper mit weichen Tanninen sowie einer guten beständigen Struktur und behalten über Jahre ihre Präsenz und ihre Faszination. Generell möchten wir für jeden Gast den besonderen Wein finden, welchen er hier bei uns entdeckt, für sich gewinnt und, im wahrsten Sinne des Wortes, mit nach Hause nimmt. Den Wein, der ihn sein Leben lang begleitet, den er seinen Freunden und seinen Liebsten schenken kann, um ihnen damit zu vermitteln, was dieser Wein bei ihm ausgelöst hat.

 

KIR: Welche Trends zeichnen heutzutage den kulinarischen Bereich aus?

Wenn es einen neuen Trend in der Gastronomie geben sollte, dann kann es meiner Meinung nach nur ein Inhaber-geführtes, überschaubares aber nahezu perfektes Restaurant wie unser Vino e Gusto sein – keine Kopie von der Kopie, die Sie in jeder Stadt wiederfinden. Wir verwenden frische, qualitativ hochwertige und fein abgestimmte Zutaten und gehen auf besondere Wünsche eines jeden Gastes gerne ein.

 

KIR: Haben Sie eine Zukunftsvision für Ihr Lokal?

Das Vino e Gusto besteht in der jetzigen Konzeption seit circa dreieinhalb Jahren. Wir haben am 1. Dezember 2015 angefangen und es gab wahrlich eine tolle Entwicklung. Dennoch denke ich, hier jetzt stehen zu bleiben, wäre ein großer Fehler. Denn Stillstand bedeutet Rückschritt. In diesem Jahr haben wir bereits zwei große Schritte unternommen. Das gesamte Lokal wurde mit frischeren Farben, die das Konzept wunderschön unterstützen, renoviert – und der nächste große Schritt ist die weiterentwickelte Küche mit einem neuen Chefkoch. Die Küche wird aktueller, frischer, feiner, akzentuierter und interessanter, mit neuen, raffinierteren Menü-Karten ... Lassen Sie sich überraschen!

 

Interview: Jana Wagenknecht

Foto: Mila Pairan