Frühling, Flirten, Frauenwaffen, Facebook

Sie ist Beziehungs-Expertin, Lifecoach, Pink-Thinkerin und Autorin. "Jeder kann eine glückliche Partnerschaft führen", findet Michaela Röder. Im Zufalls-Interview auf der Seehaus-Terrasse im Englischen Garten verriet sie KIR München exklusiv ihre Tipps. Text© Daniela Schwan Fotos© Georg Braun




Oh hallo, Frau Röder. Schön, dass wir Sie treffen. Ihr Buch über die „Frauenwaffen von A bis Z“ haben wir mehrmals gelesen, das ist eine Art Fibel für die Frau unseres Jahrhunderts sozusagen.

Michaela Röder: Hallo, ich freue mich auch sehr. Ja, die Frauenwaffen waren als Handbuch gedacht, Tipps für die moderne Beziehung zu vermitteln, die im „Ernstfall“ dann auch schnell abrufbar sind. Es sind teilweise nur kleine Veränderungen des eigenen Verhaltens, die dann Großes in der Beziehung bewirken. Jetzt, der zweiten Auflage des Frauenwaffenbuches kann ich wirklich sagen, dass einige Tipps wie zum Beispiel, öfter mal auf den Impuls des Mannes zu warten, wirklich gut funktionieren. Es hat sich rausgestellt, dass es tatsächlich den meisten Frauen gelungen ist, ihre Männer (wieder) neugierig auf sich zu machen, indem sie ihren eigenen Themen den Vorrang gegeben haben und der Mann sich um ihre Aufmerksamkeit bemühen musste. Insgesamt verändert sich das Beziehungsklima immer positiv, wenn man die Erwartungen etwas herunterschraubt. Ich glaube in unseren Breitengraden neigen wir dazu, alles perfekt haben zu wollen. Die perfekte Beziehung mit dem perfekten Partner, den perfekten Job und  das perfekte Leben. Unser Leben ist aber kein Hollywoodfilm, sondern echt, mit echten Emotionen und zwei echten Menschen, die
jeweils ihre eigenen Vorstellungen und Prägungen haben. Man darf nicht erwarten, dass der Partner genauso funktioniert, wie wir es und immer vorgestellt haben. Wenn wir lernen den anderen in seiner nicht perfekten Art anzunehmen und ihm eben nicht immer Vorträge darüber halten, was er eben alles nicht ist, dann sind wir schon auf einem sehr guten Weg. Mein Lieblingstipp aus dem Buch ist aber immer noch: „Nimm ihn beim Wort“. Wenn er zum Beispiel sagt, er kann heute nicht vorbei kommen, dann kann er nicht vorbei kommen. Dann ist das ok. Dann ist Frau aber auch für diesen Tag verplant. Er lernt, dass sein Wort gilt. Er lernt dass ihr Wort gilt. Das sorgt für gegenseitigen Respekt und Vertrauen.

Im Frühling laufen die Hormone Amok. Inwieweit ist Flirten für Fest-Liierte „erlaubt“? Wo liegen die Grenzen? 

Michaela Röder: Eigentlich können Paare sich diese Antwort nur selbst geben. Ich glaube, dass es durchaus gut tun kann, mal einen Blick zu riskieren oder zu bemerken, dass auch andere einen noch toll finden. Das wird dann sicher auch der Partner bemerken und sich wieder ein bisschen mehr ins Zeug legen. Als Grundsatz sage ich: Sobald es in eine Handlung geht, sehe ich die Grenze zum harmlosen Flirt überschritten. Also Telefonnummern tauschen, Verabreden, oder gar körperliche Nähe austauschen, ist im Grunde schon kein Flirten mehr.

Haben Sie auch ein paar Anbandl-Strategien für Singles parat?

Michaela Röder: Ganz oft sind die Menschen nur zur falschen Zeit am falschen Ort. Auf das heimische Sofa werden die Traumprinzen natürlich selten geliefert und obwohl wir jeden Tag hunderten Menschen begegnen, wollen wir es dann ausgerechnet am Samstagabend im Club wissen. Es wäre aber viel effektiver, einfach mal den netten Mann im Supermarkt anzusprechen, der immer Freitagsabends offensichtliche Singleportionen einkauft und uns schon sooft aufgefallen ist. Dazu muss man sich auch kein Bein ausreißen. Ein einfaches Hallo, ein nettes Lächeln, dann ist das Eis gebrochen und man kommt ins Gespräch. Offen und mutig sein, dann klappt es schon!

Facebook & Co: Nie war es einfacher, jemanden kennen zu lernen.

Michaela Röder: 
Es mag einfacher sein, im Internet Kontakte zu knüpfen, aber es ist selten effektiv. In den letzten Jahren haben sich Beziehungsprobleme durch Facebook & Co ergeben, die man vorher gar nicht hatte. So wird heutzutage ein gegebenes „Like“, mit sich anbahnender Untreue gleichgesetzt. Wir haben es auch nicht mehr nötig, uns die Menschen länger als drei Sekunden anzuschauen. Wer top ausschaut, bekommt ein Match, wer das falsche Foto einstellt, hat Pech. Ich glaube, dass es überhaupt nicht einfacher ist, sich auf diese Weise kennenzulernen. Im Gegenteil: Die meisten wirklich tollen Menschen, fallen wegen einem falsch gewählten Bild durchs Raster. Wir nehmen uns nicht mehr Zeit, uns den Mensch hinter dem Bild anzusehen. Man mag zwar eine größere Auswahl haben, was es aber wohl nicht einfacher macht, auszuwählen. Ich glaube, dass wir in den nächsten Jahren einen rückläufigen Trend im Internetdating erleben werden. Dann wird es plötzlich wieder total „in“ sein, sich ganz oldschool im Reallife anzuflirten und sich wieder auf das Abenteuer von Mensch zu Mensch einzulassen und das ist auch gut so. Der Zauber der ersten Begegnung ist ein Zusammenspiel vieler Faktoren. Ob wir jemanden toll finden oder nicht, entscheiden unsere Emotionen und unsere feinen Antennen und beides wird ein Computer nie ersetzen können ... 

www.michaela-roeder.de

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