KIR-TALK IM IL MULINO MIT KATHRIN ANNA STAHL & SIMON PEARCE

Privat genauso lustig wie auf der Bühne Foto© Klaus Weißenberg




KIR München brachte Schauspielerin, Sängerin und Regisseurin Kathrin Anna Stahl (u. a. "Eine unerhörte Frau", ab 6. Oktober im Kino) und Comedian, Schauspieler und Synchronsprecher Simon Pearce (steht derzeit mit "Harry G." für den Pilotfilm "Harry die Ehre" vor der Kamera) beim Edel-Italiener Il Mulino in der Görresstraße zusammen. Beim exquisiten Gänge-Menü tauten sie schnell auf. Als Simon Pearce (35) Highlights aus seinem aktuellen Programm "Allein unter Schwarzen" erzählte, unter anderem von seinem "Dorfleben" in Puchheim und wieso er gerne mal die Hosen runterlässt, blieb kein Auge trocken. Nachdem dann Kathrin Anna Stahl (39) noch ihren Pakt mit dem lieben Gott verriet, bestätigte auch Agentin Doris Kick (Agentur Kick): "Ja, genau so kenne ich sie, die beiden sind privat wirklich genauso lustig wie auf der Bühne!" Das kann KIR München VIP-Redakteurin Daniela Schwan nur allzu gerne bestätigen.

 

Hallo Kathrin, hallo Simon! Wie lange kennt Ihr Euch schon?

Simon: Yo. Wir haben zusammen die ZDF-Sendung "Vier Drillinge sind einer zu viel" gedreht und uns beim Warm-up kennengelernt. Kurz darauf standen wir dann auch gemeinsam beim Theaterstück "In München steht ein Hofbräuhaus", tatsächlich auch im Hofbräuhaus gespielt, auf der Bühne.

Kathrin: Die wollten mal ein bisschen mehr in die Theaterbranche investieren und ihr ganzes Programm unten für die Touristen führen und oben Musik und Theater für die Münchner. Es läuft übrigens gerade noch im Hofspielhaus, aber wir mussten umbesetzen, weil Simon so erfolgreich ist. Da spielt jetzt die Zweitbesetzung.

Simon: Die richtigen Auftritte gehen bei mir ab Mitte September los. Ich spiel jetzt dann wieder im Lustspielhaus, und zwar am 25. Oktober mein Programm "Allein unter Schwarzen", in dem ich je nach aktuellem Tagesgeschehen improvisiere. Und 2017 kommt mein neues, es heißt: "Bei Hitlers brennt noch Licht".

Gewagt! Dir wurde das Talent ja quasi in die Wiege gelegt, ist doch die Mama die bekannte Volksschauspielerin Christiane Blumhoff ...

Kathrin: Die Gute bekommt ja auch öfter mal ihr Fett weg von ihm.

Simon: Nach meinem Programm werde ich fast immer gefragt, ob meine Mutter es schon gesehen hat. Die wird schon hart rangenommen! So kennt jeder die Länge ihrer Hängebrüste ... (zwinkert). Und dann hab ich halt auch einen Vergleich in meinem Programm zwischen meinem Vater und meiner Mama. Weil mein Papa natürlich der Exot in Puchheim war als Schwarzer, aber vom Wesen her eher ein konservativer Bayer. Er hat halt darauf geachtet, dass meine Geschwister und ich uns benehmen, still sind und höflich. Also Papa war quasi die gute Seite der Erziehung und die Mama ist ja immer schon so eine kleine Revoluzzerin gewesen. Wenn ihr was nicht passte, dann hat sie den Mund aufgemacht. Zum Beispiel auch, wenn ein bisschen rassistischere Sprüche von den Nachbarn kamen. Da hat sie entsprechend lautstark gekontert.

 

Und Du, Kathrin, wolltest Du schon immer Schauspielerin werden?

Kathrin: Zuerst Sängerin, hab auch klassischen Gesang hier in München studiert. Und dann gemerkt, dass ich auf der Bühne schon mal beides unbedingt gut können möchte. Aber anders als in den Staaten werden bei uns Multitalente ja leider nicht so ernst genommen. Na ja, inzwischen habe ich auch meine Band, die "Schicksalscombo".

Simon: Wow! Ich kann alles außer Singen. Ich sing nur, wenn ich muss.

Kathrin: Haha. Wie gesagt, ich spiele gerade ein für mich sehr wertvolles Stück von Georg Ringsgwandl. Heißt "Der varreckte Hof" und ist ein echter Glücksgriff! Das ist tiefst derb bayerisch, aber nicht "Komödienstadl"- oder "Rosenheim Cops"-Bayerisch, sondern richtig böse. Es geht um eine alte Frau, die auf ihrem Hof irgendwo im bayerischen Hinterland wohnt und deren Tochter ich spiele, in der Rolle einer verbitterten Lehrerin. Ich wollte früher ja, noch bevor ich Schauspielerin sein wollte, Lehrerin werden ...

 

Simon: Ich auch.

Kathrin: Echt? Du wolltest auch Lehrerin werden?

Simon: Ja, aber die Operation wäre zu teuer gewesen.

Kathrin: Lehrerinnen spiele ich oft. Habe mit Gott oder einer höheren Macht da oben einen Pakt geschlossen ...

Simon: Waaaas?

Kathrin: Ich hatte schon einen Studienplatz für Lehramt in Regensburg, als ich in München die Aufnahmeprüfung an der Schauspielschule gemacht hab. Eigentlich wollte ich Musik oder Latein unterrichten, und weil ich aus einer sehr katholischen Ecke in der Oberpfalz stamme, hatte ich es mir angewöhnt, mit Gott einen Deal zu schließen. Also sagte ich zu ihm: "Entweder ich steh auf der Bühne oder ich werd Lateinlehrerin, und des willst du den Kinder doch nicht antun, oder?" Ich habe die Aufnahmeprüfung bestanden, schulde ihm seither was und muss immer die Lehrerin geben. (Lacht)

Simon Pearce und Kathrin Anna Stahl haben sich viel zu erzählen und viel zu lachen

 

Und, lässt sich's immer verhandeln? Mit der höheren Macht?

Kathrin: Das habe ich schon als Kind gemacht und meistens hat es geklappt! Und mich beruhigt es auch wirklich. Ich hab diese Vorstellung von Himmel, und dieses Bild war für mich auch als Kind schon sehr tröstlich. Ich bin mit Katzen aufgewachsen und hab daran geglaubt, dass die alle irgendwann wieder bei mir sind. Es muss nicht Himmel sein, es muss nicht Gott sein, aber ich glaube, dass das, was den Menschen ausmacht, nicht einfach schwups verschwindet!

Simon: Also ich bin aus der Kirche ausgetreten, denn ich bin kein sehr religiöser, sondern ein spiritueller Mensch. Aber seit mein Vater tot ist, sprech ich mit ihm und frag ihn auch um Rat. Also ist er sozusagen meine höhere Macht. Ich bitte ihn auch um Hilfe, geh ans Grab oder bete, spreche halt zu ihm. Als er gestorben ist, wusste ich auch, er ist jetzt nicht weg.

 

Was war für Euch der peinlichste Moment?

Simon: Beim Stück "Die Räuber" war mir mal die Hose zu groß, ich hatte meine Waffe hinten im Gürtel, und als ich sie ziehen will, reißt der Gürtel auf und die Hose rutscht mir bis zu den Knöcheln. Ich konnte nichts machen und musste fünf Minuten lang in Unterhosen weiterspielen. Die Kollegen konnten sich das Lachen kaum verkneifen ... diese Szene hab ich übrigens seither in jede Show übernommen und lass die Hosen runter ...

Kathrin: Oho! Bei mir war es mit meinem Freund in der Südtiroler Stubn, als ich - völliges No-Go für dieses Restaurant, bei dem man sich kaum bewegen kann, ohne dass gleich gefühlte fünf Bedienungen hinter einem stehen - nach reichlich Weingenuss die Pralinen vom Tisch mitnehmen wollte. Ich wusste nicht, wohin damit, und hielt sie in meiner Faust. Dann kam der Geschäftsführer, verwickelte uns in ein ewig langes Gespräch, nahm meine Faust, guckte irritiert - er dachte wohl, ich hätte eine körperliche Behinderung - und schüttelte sie ...

Simon: Filmreif!

 

Über was könnt Ihr sonst noch lachen?

Simon: Über vieles, auch über mich selbst! Ich mag es, wenn Leute selbstironisch sind. Kathrin: Ich kann zum Beispiel über den Simon lachen, er ist auf der Bühne und auch privat wahnsinnig witzig! Ja, und über das Leben: Man braucht nur mit offenen Augen durch die Stadt zu laufen. Da muss man eigentlich gar nichts erfinden, das ist Situationskomik pur.

 

 

 

Kellner Cristian Macarie serviert die Vorspeise, bestehend u. a. aus Fagottini Ripieni vom Culatello-Schinken mit Feigen-Senf-Creme, geräuchertem Thunfisch mit rotem Kaviar auf Meerrettichcreme und Ziegenkäse-Rouladen im Speckmantel

 

Ein Dolce wie hausgemachtes Trüffeleis mit Vanille begeistert die Gäste beim Nobel-Italiener Il Murino: