Kir-Talk mit Marion Kleinert How to wow – Die Designerin mit dem Kleid für jede Lebenslage

Wie man den Münchnerinnen feminine Looks auf den Körper schneidert, damit hat Modedesignerin Marion Kleinert viel Erfahrung. Seit zwei Jahrzehnten macht die ehemalige ESMOD Absolventin Mode, seit über 15 Jahren präsentiert sie ihre Kreationen und andere Fashion Highlights in der Amber Lounge in München.




Marion, Du siehst wieder toll aus, heute. Ist das ein Kleid aus Deiner neuen Kollektion?

Ja, das ist das Model „Boss, I need more money“ mit unserem MARIVIE Logoprint, einem Lippenmotiv. Die Lippen setzen sich zusammen aus unseren Vornamen Marion und Victoria - MV.

Wofür steht MARIVIE? Wer außer Dir steckt noch dahinter?

MARIVIE steht für MARIon und VIctoria. Ich bin der kreative Kopf hinter der Kollektion und meine Freundin und Geschäftspartnerin Victoria ist das unternehmerische Brain. 

Wie ist MARIVIE entstanden und für wen sind Deine Kreationen gedacht?

Die Kollektion erwuchs aus dem Wunsch nach modernen Wohlfühlkleidern, die sowohl working girls/mums, als auch rebel queens/princesses den ganzen Tag begleiten um sich bei allen Anlässen selbstsicher, unabhängig und wahnsinnig weiblich, aber nicht overdressed zu fühlen. Es sind One Pieces, d.h. du musst nicht lange über dein Styling nachdenken, sondern einfach überstreifen und fertig ist das Outfit.

Was ist das Besondere an diesen Kleidern? 

Unsere Kleider sind echte Allrounder, die man zu den verschiedensten Anlässen tragen kann: tagsüber im Büro mit Pumps, aber auch mit FlipFlops am Strand. Wir haben verschiedene Schnitte entwickelt, die durch besondere Drapierungen und die Schnittführung jeder Figur schmeicheln. Besonders ist auch das Material, ein geschmeidiger Silky Jersey, der sich herrlich leicht und kühl anfühlt. Das Beste daran: man kann unsere Kreationen aus dem Kleiderschrank und Koffer nehmen und sofort anziehen, ohne sie bügeln zu müssen.

Gibt es regelmäßig neue Modelle und Muster?

Normalerweise gibt es bei vielen Brands nur zwei Kollektionen pro Jahr. Wir wollen jedoch besser auf den Markt eingehen und deshalb 4-5 Kollektionen jährlich herausbringen. Auf diese Weise können wir schneller auf Muster- und Farbtrends reagieren. Wir produzieren in Italien, das bedeutet für uns kurze Wege und eine enge Zusammenarbeit mit dem Stoffhersteller, der unsere individuellen Prints optimal umsetzt.

Wo kann ich die Kollektionen von MARIVIE kaufen?

Natürlich bei uns in der Amber Lounge, in Schwabing. Unsere fleißige Vertreterin konnte die Kollektion bereits in mehr als 25 erstklassigen Boutiquen und Shops in ganz Bayern platzieren. Besonders stolz sind wir, dass man MARIVIE unter anderem in München bei Ludwig Beck, bei Zusann, oder Mo Company kaufen kann. Wir sind sehr glücklich darüber, dass unser Produkt so gut ankommt. Das zeigt uns natürlich auch, dass Bedarf an solchen Kleidern besteht.

Wie kamst Du zur Mode? Kannst Du Dich noch erinnern, warum Du Modedesignerin werden wolltest? 

Ich habe mich schon immer gerne mit Mode beschäftig. Aber statt meinen Barbiepuppen Kleidchen zu nähen, habe ich lieber mit Legosteinen Häuser gebaut. Eigentlich wollte ich Archäologin werden, wie der Held meiner Jugend, Indiana Jones. Bauingenieur, wie mein Vater, stand für mich auch nicht zur Debatte, zu unkreativ. Als eine Freundin sich nach dem Abitur auf der Esmod in München bewerben wollte, bin ich einfach aus Spaß mitgegangen. Und was soll ich sagen, ich habe die dreijährige Ausbildung gemacht, sie nicht - wie das Leben halt so spielt!

Waren es harte Lehrjahre? Wie war Dein Werdegang?

Nach meinem Esmod Abschluss bin ich dann zu der Münchner Modedesignerin Susanne Wiebe gekommen. Das waren aufregende und sehr harte Lehrjahre. Ich bin ihr bis heute dankbar, für alles, was ich dort gelernt habe. Wir haben immer noch ein gutes Verhältnis. Vielleicht hätte ich mich sonst nicht so schnell selbstständig gemacht. Ich war jung und wagemutig und dachte mir: Das schaffst du jetzt auch! Mein erstes Atelier hatte ich in der Klenzestraße. Dort entwarf ich meine Kollektion Marion Kleinert, die ich an andere Geschäfte verkaufte. Später eröffnete ich mit zwei Freundinnen die Amber Lounge in der Türkenstraße. Bettina hat sich mittlerweile wieder ganz der Schauspielerei verschrieben und Alexia hat es zurück nach New York verschlagen. Ich bin noch übrig.

Welche Modedesigner haben Dich am meisten geprägt und warum?

In den Anfangsjahren faszinierte mich Alexander Mc Queen. Bei Matthew Wiliamsons war es der Glamour, seine Verspieltheit mit Farben und Pailletten. In einem Kleid von ihm hätte ich gerne geheiratet. Mittlerweile sind es natürlich andere Designer und Designerinnen. An der Spitze vieler großer Labels stehen ja heutzutage junge, kreative Köpfe, Allrounder ohne klassische Designausbildung, aber mit jeder Menge Kreativität, wie z.B. Off White, der für Louis Vuitton arbeitet.

Erinnerst Du Dich an eine besondere Anekdote?

Bei Susanne Wiebe habe ich einige lustige Sachen erlebt. Sie stattete damals schon die Münchner Prominenz aus und schmiss wilde Partys à la Kir Royal. Und dann war da mal eine Dame, die sich eine Abendkleid schneidern ließ. In der Fertigungsphase schenkte ihr Mann ihr neue, größere Brüste. Somit passte die Robe zur finalen Anprobe natürlich nicht mehr. Der Mann wollte das leider so gar nicht einsehen und das Kleid zurückgeben. 

Was sind Deine Top Five Trends für die kommende Herbst/Wintersaison?

Cognac und Camel mit Lila, oder Orangetönen kombiniert. Dann natürlich weiterhin Animalprint und Snake farblich unterlegt und große, plakative Karos. Dicke Jacken im Michelin Männchen Stil mit recycelten Füllmaterial, damit kein Tier mehr dran glauben muss. 

Bei Röcken und Kleidern kommt viel Midi, wadenlange Kleider sind weiterhin ein Riesenthema. Dazu am besten Ancle Boots, wadenhohe Stiefel, oder Cowboystiefel. Plisseeröcke bleiben und dazu natürlich ein dicker grober Oversize-Strickpulli. Bei den Hosen sind superweite Palazzohosen und auch die Culotte nicht tot zu kriegen.

Der Blazer ist nach wie vor ein starkes Thema. Schön Oversized im Hugh Hefner Stil, locker lässig und doppelreihig. Der dünne Rollkragen wird unter allem möglichen getragen, egal, ob unter einem seidigen Lingeriekleid, oder einem übergroßen Doppelreiher. Kurz gesagt: alles geht nichts muss.

Was können wir uns von MARVIE erhoffen für den Herbst Winter?

Print ist bei uns natürlich das Thema schlechthin. Karo, Snake und Zebra in verschiedenen Farbschattierungen stehen ganz oben auf unserer Liste. Lurex ist für die Festive Saison unerlässlich. Außerdem wird sich das Material ändern. Wir gehen auf aufgeraute Viskosestoffe, die ein softes, weiches Tragegefühl haben. 

 

Foto: Sigi Jantz

 

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