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Promi Talk

„Im Kirr Royal sind wir alle gleich, hier kann jeder Mensch sein, egal ob arm oder reich“ – „Gute-Laune-Musik“ aus den 80ern, Live-Auftritte und Party-Specials, das Kirr Royal in der Rosenheimer Strasse 30 ist ein Lokal für jedermann. Dieses kirre „Kirr Royal Gefühl“ wiedergegeben von Wirt Jürgen Christ nun in seinem eigenen Song: „Alles egal, im Kirr Royal“ wurde von Songwriter, Produzent und Sänger Peter Kent komponiert. Peter Kent gelang mit „It’s a real good feeling“ in den 80ern der Durchbruch und er ist seitdem aus der Schlagerszene nicht mehr wegzudenken. KIR München und P.R. Society Lady Simone Petrov plauderten mit den beiden Schlagerstars ganz getreu der 80er im Kirr Royal: Fotos ©Klaus Weißenberg




Hallo alle miteinander. Jürgen, du und Peter Kent, ihr habt ja zusammen eine CD gemacht. Wie kam es dazu?

Peter Kent: In München lernt man sich immer über jemanden kennen. Man kennt einen, der einen kennt und einen kennt. Irgendwo gibt es dann dort eine Schnittstelle. Ein Bekannter vom Jürgen hat mich angerufen und...

Jürgen Christ: Tatsächlich hat alles während eines legendären Schlagerabends mit Nana-Mouskouri-Double Nana und Franz bei mir im Kirr Royal angefangen. An den Schlagerabenden, die jeden Donnerstag stattfinden, treten immer viele Livekünstler auf wie auch Peter Kent. Das ist ein ganz toller Abend, gerade für ältere Leute. Die sagen dann: „Endlich, Jürgen, gibt’s in München was, wo man sich wohlfühlt“. Nun, an diesem besagten Abend habe ich spontan mit Nana im Duett gesungen. Das fanden die Leute wahnsinnig toll und danach wollten sie jeden Monat ein neues Lied von mir hören. Es hat die Leute so berührt, da habe ich darüber nachgedacht, für meine Freunde eine CD zu machen. Franz hat dann beim Peter einen Termin ausgemacht. Als wir bei Peter ankamen, war ich total nervös, weil ich das Singen ja nicht gelernt habe und plötzlich meinem Kindheitsidol vorsingen sollte. Ich sang also vor, und er meinte nur: „Du tanzt aus der Reihe, du hast eine Glatze und bist nicht der klassische Schlagersänger...das hat was, das Kirr Royal, du bist ein Typ, du bist Entertainer.

Was macht Jürgens Stimme besonders?

Peter Kent: Er klingt eben nicht so, wie jemand klingt. Dieses Stimmenfeld ist im Moment noch nicht besetzt, und er ist der Typ dafür. 

Der Titel eures Hits heißt „Alles egal, im Kirr Royal“. Peter, du hast den Song geschrieben, aber woher kam die Idee zu dem Song?

Peter Kent: Manchmal gibt es Sternstunden, in denen einem auf einmal alles einfällt. Es ging dann gleich los: (singt) „Alles egal, im Kirr Royal!“. Das habe ich Jürgen dann vorgespielt, und so haben wir’s gemacht. Seitdem ist das ein Lokalhit. Die Leute lieben’s und fragen danach. Musikalisch ist es aber nicht viel anders als das, was ich früher gemacht habe – nur moderner arrangiert.

Jürgen, strebst du nach deinem Hit eine Zusatzkarriere als Sänger und Musiker an?

Jürgen Christ: Musiker nicht, Sänger ja. Aber anstreben ist jetzt vielleicht übertrieben. Ich sag mal, wenn’s sich ergibt und das gut ankommt, dann gebe ich natürlich in der Richtung Gas, aber nicht auf Biegen und Brechen.

Was bedeutet Musik für euch?

Peter Kent: Leben, alles. Musik befreit die Kapillaren. Wenn ich selber singe, bin ich voll durchblutet, hellwach, und wenn’s geklappt hat, natürlich auch glücklich. In einem solchen Moment lebst du nur für die Musik und vergisst dabei völlig die Zeit und alles andere um dich herum. Das ist die Definition von Kunst: Du machst etwas, und in dem Moment hört das ewige ticktack, ticktack auf. Machen, in der Zeit leben...

Jürgen Christ: Musik hat für mich zwei Seiten: Hörst du ein schönes Lied, kannst du in traurigen Momenten weinen oder aber in fröhlichen feiern. Musik ist einfach ein Gefühl. Ich liebe Musik. Entweder bekommst durch sie gute Laune oder sie tröstet dich – Musik ist ein Lebensgefühl.

Welche Musik mögt ihr selbst denn gerne hören? 

Peter Kent: Ich kann’s nur so beantworten: Ich esse nicht nur Sauerkraut. Ich bin kein Mono-Esser und auch kein Mono-Musikfanatiker. Wenn mir ein Lied gefällt, egal, woher es kommt, oder in welche Richtung es geht, dann absorbiere ich das und lass es einfließen. Eine Richtung finde ich dagegen zu langweilig. 

Jürgen Christ: Bei Musik ist mir wichtig, dass das Lied einen schönen Rhythmus hat. Ansonsten bin ich aber für jede Musikrichtung offen. Ich liebe Musik. Sie muss mich einfach berühren.

Peter, du hattest Anfang der 80er mit „It’s a reel good feeling“ den Nummer-1-Hit. Wie waren das Musikbusiness und das Leben in München zu der Zeit? 

Peter Kent: In den 80ern ging’s Deutschland extrem gut. Die Leute hatten Geld in der Tasche, sind gerne rausgegangen und haben gefeiert. Kannst du dich noch an Marienkäfer erinnern? Diese ganzen Musikkneipen, die es gab? Der Hammer! Ich war jeden Abend auf der Walze, wirklich jeden Abend gab’s Musik. Die Studioszene war in Deutschland und Europa weit voraus: München hatte mehr Studios als L.A, und bessere. Die Musik war wahnsinnig abwechslungsreich. Rock hat funktioniert. Pop hat funktioniert. Schlager war noch der damals typische Schlager. Heute ist Schlager anders. Ich hatte in der Zeit solche extremen Erfolge, sodass man natürlich sagt: „Halleluja war das super!“.

Was hat sich im Gegensatz zu damals verändert?

Peter Kent: Es hat sich überhaupt alles geändert. Das Musikbusiness, wie es war, gibt’s nicht mehr. Wenn du nicht selbst aktiv wirst als Interpret, dich darstellst und darstellen willst, forget it. Aber anders als damals musst du heute für deinen Erfolg nicht mehr um die Welt reisen – nach dem Motto „Think global, act local“. Madonna hat’s vorgemacht: Sie wollte nach Deutschland und hat gesagt, sie macht drei Tage Berlin. Sie ist nicht nach München gereist, sondern sie ist da geblieben, und alle sind zu ihr gekommen. Diese Art Erfolg zu ernten, ist für viele Musiker befreiender, da sie sich nicht mehr durch die ganzen Vorstandsetagen durchkämpfen müssen. Aber ich weine den 80ern doch hinterher (lacht).

Jürgen, was magst Du an der Musik aus den 80ern?

Jürgen Christ: Ich bin in den 80ern groß geworden. Damals gab es noch jeden Samstag die ZDF-„Hitparade“ mit Dieter Thomas Heck. Bei der Musik hast du jedes mal mitgezittert: ob Neue Deutsche Welle oder Depeche Mode, es war eine Synthesizer- und Gute-Laune-Musik. Ich find’s eine wahnsinnig schöne Musik und merke auch heute: Jung oder alt, jeder flippt auf die 80er aus, und jeder kann’s mitsingen.

Interview: Pia-Tabea Heyen