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Samurai - Ausstellung

Die Pracht des japanischen Rittertums zeigt die Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung.




Das Ehepaar Ann und Gabriel Barbier-Mueller hat eine der weltweit hochkarätigsten Sammlung von Samurai-Rüstungen, Helmen, Masken und Pferde-Ausrüstungen aus dem 7. bis 19. Jahrhundert zusammengetragen. Diese wird nun erstmals in Deutschland präsentiert.

 

Anhand von mehr als 100 Exponaten lässt die Ausstellung die spannungsvolle Geschichte des japanischen Rittertums lebendig werden. Denn auch 150 Jahre nach dem Verlöschen der Kultur der Samurai ist die Faszination, die von ihr ausgeht, immer noch ungebrochen. Der Mythos der Samurai erzählt von Ehre und Disziplin, von bedingungsloser Loyalität und absoluter Selbstaufopferung – aber auch von Verrat, Intrigen und grausamer Gewalt. 

 

Über 700 Jahre war nicht der Kaiser Herr über Japan, sondern der Shogun: Als Oberhaupt des „Kriegeradels“ befehligte er Millionen hochausgebildeter Kämpfer, die schon früh in ihrer Geschichte auch zur politischen Elite des Landes aufstiegen.

 

Die mit höchster Handwerkskunst aus edlen Metallen und kostbaren Stoffen hergestellten Rüstungen waren häufig imposante Statussymbole, die ihre Betrachter zum Staunen bringen und Angst machen sollten. In erster Linie aber mussten sie als wirkungsvolle Schutzpanzer dienen, denn die Qualität einer Rüstung entschied über Leben und Tod. Sie schützte vor den Waffen des Feindes, bot Bewegungsfreiheit und machte ihren Träger in den Wirren der Schlachten identifizierbar. Eine Rüstung wurde ebenso robust wie flexibel und leicht konstruiert, damit ihr Träger das Beste aus seinen kämpferischen Fähigkeiten machen konnte. 

 

Spektakuläre Dekore mit Dämonen, mythologischen Wesen oder gefährlichen Tieren dienten zur Abschreckung des Feindes. Filigrane Verzierungen mit Sieg und Glück verheißenden Symbolen und buddhistischen Göttern sollten übersinnlichen Schutz bieten.

 

Samura - Pracht des japanischen Rittertums, bis 30. Juni, Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung, kunsthalle-muc.de

 

 

Foto:

 

MANN AUF PFERD

 

PFERDERÜSTUNG (BAGAI) UND PFERDEAUSRÜSTUNG (BAGU)
Edo-Zeit: 1603–1868 (Pferdeausrüstung); 2. Hälfte 19. Jh. (Pferderüstung)
Eisen, Holz, Leder, Gold, Hanf

RÜSTUNG (TACHIDŌ TŌSEI GUSOKU)
Zugeschrieben: Myōchin Nobuie (kaō [stilisiertes Monogramm])
Späte Edo-Zeit, 19. Jh.
Eisen, Lack, Gold, Schnürung
© The Ann & Gabriel Barbier-Mueller Museum, Dallas
Foto: Brad Flowers