Schimpfen, diskutieren, einfach nur reden

Isabella Hübner unterstützt den Tierschutzverein, indem sie ihre Stimme für die erhebt, die es selbst nicht können – die Tiere. Fotos© Klaus Weißenburg




Sprechen ist ihr Beruf: Als Schauspielerin transportiert Isabella Hübner Emotionen über Bewegung, Ausdruck & Sprache. Doch damit nicht genug! Die gebürtige Münchnerin sieht über den Tellerrand und gibt denjenigen eine Stimme, die es am meisten brauchen - den Tieren.

Nutztiere und Haustiere sind abhänging von uns Menschen. Das bedeutet, dass wir Verantwortung übernehmen müssen - Verantwortung für ein Leben. Und dieses Leben sollte in hohem Maße artgerecht sein - das ist eigentlich unsere ehtisch-moralische Pflicht. Aber solange Tiere lt. Gesetz als Sache betrachtet werden ist es natürlich leichter sich von dieser Pflicht zu distanzieren. Genau das weiß auch Isabella Hübner, die selbst zwei Hunde besitzt, und sich aktiv für den Tierschutzverein München e.V. einsetzt: "Ich habe mich schon vor vielen Jahren für die Tiere entschieden. Wir Menschen tendieren dazu, nur das zu hören, was wir hören wollen. Umso wichtiger ist es, dass ein paar Menschen, die Stimme für die Tiere erheben" 

Alles nur Humbug?

Bio ist eine unnötige Abzocke der Medien. Vegetarier sind krank. Salat? Wir sind doch keine Karnickel! - Für viele ist Fleisch zu alltäglich geworden: Ob Lasagne, Hackbällchen, Rouladen oder ein Schweinsbraten, für jeden Wochentag ist etwas dabei. Eine Gier, die frisches Gemüse verdrängt - schmeckt ja viel zu fad - und das Portemonaie belastet. Letzteres stimmt nicht? Genau, denn der moderne Mensch von heute muss in seinem Fleischkonsum nicht maßhalten oder auf Etwas verzichten - dank der familienfreundlichen Discounter. Der Traum von Fleisch in Hülle und Fülle ist Wirklichkeit geworden. Konsum ist unser Paradies.  Doch ist dieses Paradies vielleicht nur eine Illusion? Mal vom ethischen Aspekt der Massentierhaltung abgesehen, kann auch der eingefleischte Fleischesser mittlerweile nicht mehr die Augen vor den Fakten verschließen: die gesundheitlichen Risiken der Massenware Fleisch sind belegt. 

"Ich bin Bayerin, quasi mit Schweinsbraten und Rindsrouladen aufgewachsen. Viele Jahre habe ich auch gerne Fleisch gegessen, nicht bewusst darüber nachgedacht. Aber wenn man einmal anfängt sich zu informieren ist das wie mit Pandoras Büchse und man realisiert diesen tierischen Wahnsinn, den wir Menschen da betreiben. Wer sich heute ein Stück Fleisch im Supermarkt  für 1,95 EUR kauft muss sich klar machen, dass dieses Tier vorher ein qualvolles Leben hatte, vollgepumpt mit Medikamenten, und auf qualvolle Art und Weise unter höchsten Adrenalinausschütungen zu Tode gekommen ist.", das fehlende Bewusstsein, die Unwissenheit - ist das also unser Paradies?" ... So ein Stück Fleisch, in Styropor und Folie eingepackt, ist ein Ding, völlig abstrakt. Es ist  nur ein lebloses Etwas, da kann man den Menschen eigentlich gar keinen Vorwurf machen." (Isabella Hübner) 

Für Isabella hat sich das abstrakte Stück Fleisch zurückverwandelt, in das, was es gewesen ist - ein hilfloses Tier, ein Lebewesen mit Emotionen und Sinnen ausgestattet wie WIR, für das WIR Verantwortung haben und unsere Stimme erheben müssen. 

Interview und Text von Pia-Tabea Heyen und Isabella Hübner