Story: Zu Besuch bei Zockern

Wie war die Verleihung des Deutschen Computerspielpreis für KIR München Praktikantin Noëlle Bölling? Erfahren Sie es hier! Text© Noëlle Bölling Fotos© privat/Gisela Schober/Getty Images




Gespielt habe ich schon immer gerne: Früher „Pokémon“ auf meinem pinken Gameboy Colour, später „Die Sims“ oder „Anno 1602“ am PC. Doch die abenteuerlichen Rollenspiele und kniffligen Jump’n’Runs, die auf dem diesjährigen DCP ausgezeichnet wurden, sind mit ihren aufwändigen Designs und innovativen Konzepten vollkommenes Neuland für mich. Umso spannender war es, sich unter die Berufsgamer und Spielefans zu mischen und auf diesem Weg einen Einblick in die aktuellen Trends zu bekommen.

Die Digitalisierung unserer Gesellschaft kennt kein Halten mehr. Heutzutage sind schon die Kleinsten echte Experten, wenn es ums digitale Spielen geht. Und das ist auch ganz natürlich, denn der Spieltrieb ist tief in unserem Wesen verankert. Trotzdem gelten Computerspiele immer noch als eine vernachlässigte Form der Kunst. Deutsche Spieleentwickler klagen zudem über Standortnachteile gegenüber anderen großen Spielemärkten wie in UK, Frankreich oder auch Kanada. Die drei Ausrichter der Verleihung, das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur und die beiden Bundesverbände der Games-Branche, haben es sich zum Ziel gesetzt, die Entwickler von Computer- und Videospielen made in Germany durch den DCP mit Fördergeldern (in diesem Jahr wurden insgesamt 470.000 Euro vergeben) zu unterstützen und gleichzeitig die leidenschaftliche Arbeit der Spieleentwickler zu würdigen.

 

Zur Gala des Deutschen Computerspielpreises 2016 kamen nicht nur Gamer und Internetstars wie beispielsweise Youtuber Le Floid (rechts) sondern auch prominente Laudatoren wie Schauspieler Antoine Monot jr. und Comedian Kaya Yanar, die sich ebenfalls als begeisterte Zocker outeten. Yanar, der den meisten durch seine Comedy-Show „Was guckst du?“ bekannt sein dürfte, beichtete sogar, dass er eigentlich gerne Spieleentwickler geworden wäre – letztlich scheiterte diese Karriere jedoch an seinem mangelnden Programmiertalent.

Abräumer des Abends war die Fortsetzung der beliebten Rollenspielreihe „The Witcher 3: Wild Hunt“. Das packende Spiel konnte nicht nur das Publikum überzeugen, sondern räumte auch in den beiden Kategorien „beste internationale Spielewelt“ und „bestes internationales Spiel“ ab. Die Preise „bestes Kinderspiel“ und „bestes Gamedesign“ gingen an das farbenfrohe „Shift Happens“ und die Königsdisziplin um das „beste deutsche Spiel“ gewann die Zukunftssimulation „Anno 2205“.

 

Doch nicht nur auf der Bühne ging es ums Zocken: Der ganze Saal lauschte gespannt den Worten der Redner, denn das Spielen von Bullshit-Bingo während des Deutschen Computerspielpreises ist inzwischen zu einer echten Tradition geworden. Ich selbst hatte dank der Begriffe „Spielspaß“ und „Virtual Reality“ zwei Bingos und traute mich am Ende sogar noch mit einer Gruppe aus Sturmtrupplern und Fantasyhelden aufs Bild. Der DCP 2016 – für mich eine Erfahrung der Extraklasse.