Zwei echte Kerle im Gespräch

Witze, Tattoos und Harley-Fahren: Szene-Wirt Hugo Bachmaier und Schauspieler Marcus Grüsser haben viel gemeinsam. Im Promi-Talk berichteten die beiden von ihren aktuellen Projekten und zukünftigen Plänen. Interview/Text© Daniela Schwan Fotos© Mila Pairan




BACHMAIER HOFBRÄU GOES ELEVEN

Elf Jahre Bachmaier Hofbräu – das sind elf Jahre bayerische Gastlichkeit und Gemütlichkeit. Und: einer der In-Treffs für die Prominenz. Riesengaudi inbegriffen! Mitten in Schwabing an der Leopoldstraße 50: ein urbayerisches Wirtshaus, ein Konzept, dass sich in all den Jahren bestens bewährt hat. Eine bayerische Lounge mit Treffpunkt- Bar mit antiken Enblemen.
Groß gefeiert wird jetzt zum „Elfjährigen“, inklusive geladener VIPs: Am Samstag, 30. April, ab 19 Uhr, wird das Bachmaier Hofbräu wieder zu legendären „Party-Meile“. Kult ist hier Trumpf. Einer der Places to be, erst recht wieder zur Fußball-EM, die am 10. Juni startet. Mit Riesenleinwand zum Public Viewing wird es proppevoll im und rund ums Bachmaier Hofbräu. Die Fans freuen sich schon jetzt auf eine große Sause.
Rund 500 Gäste finden hier Platz, inklusive der großen Sonnenterrasse, ein Highlight im Sommer. Jeden Donnerstag lockt der Frauenstammtisch mit 22 Münchner Geschäftsfrauen, darunter Lissi Gräfin von Lambsdorff. Außerdem finden regelmäßig Musik-Events statt. Mit dem Geburtstag seines Lokals startet Gastwirt Hugo Bachmaier zugleich einen neuen Zehnjahresvertrag. Auch wenn es weiterhin eine bayerische Handschrift trägt, setzt das Konzept zunehmend auf regionale und saisonale Produkte, vom Schweinbraten bis hin zum Steak und Fisch aus heimischen Gewässern. Außerdem auf der Karte: leichte, vegetarische Gerichte. Neuer Küchenchef ist Markus Frank, der zehn Jahre lang selbst Chef in „Frank’s Kitchen“ war und vorher für Wiesnwirt Manfred Vollmer drei Jahre lang Küchendirektor im Augustiner Stammhaus in der Neuhauser Straße tätig war. Zu besonderen Anlässen wie an Feiertagen gibt’s eine eigene Karte. Am besten vorher reservieren!
Auch außerhalb seines Areals ist Hugo Bachmaier ein Begriff. Legendär: seine HUGO'S MÄD'L WIES'N im Café Mohrenkopf auf dem Oktoberfest. Passend zum 11-jährigen Bestehen gibt es übrigens auch ein cooles neues Logo, das jetzt schon Programm ist: Highway to Helles!

 

SZENE-WIRT HUGO BACHMAIER & SCHAUSPIELER MARCUS GRÜSSER IM INTERVIEW

KIR München: Hallo Männer! Marcus, wo gehst Du in München gerne hin?
Marcus Grüsser: Zum Bachmaier! Nur zum Bachmaier (lacht). In Clubs geh ich schon lange nicht mehr. 
Hugo Bachmaier, lacht und schlägt ihm auf die Schulter: Danke, mein Freund! 
KIR München: Wie lange kennt Ihr Euch eigentlich schon?
Hugo Bachmaier: Seit sechs Jahren, aber früher war er öfter hier.
Marcus Grüsser: Ja, früher war das hier mein zweites Wohnzimmer, aber jetzt wohne ich ja 80 Kilometer von München entfernt und bin halt nicht mehr ganz so oft hier. Vermisse aber das super Essen, das Hofbräu-Bier aus dem eisgekühlten Steinkrug ist einzigartig, und wir haben auch immer eine richtige Gaudi, wenn wir uns sehen. Wenn zwei Kindsköpfe wie wir aufeinandertreffen, ergibt sich ein Witz nach dem anderen, und das ist sehr, sehr lustig.
KIR München: Marcus, noch bist Du hier, aber bald wieder auf „Kreuzfahrt ins Glück“...
Marcus Grüsser: Ja, ab 20. März geht’s wieder los mit den Dreharbeiten, diesmal im europäischen Raum. Allzu viel darüber weiß ich noch nicht, weil ich die Drehbücher so spät bekomme. Ich habe das Gefühl, ich erfahre immer alles als Letzter!
KIR München: Wie bei Deiner Noch-Frau, der Schauspielerin Jessica Boehrs, die sich ja in gemeinsamen Freund von Euch verliebt und letztes Jahr ein Kind von ihm bekommen hat.
Marcus Grüsser: Ein ganz ein süßer Junge übrigens! Die Berliner Behörden haben ja leider die Blitzscheidung nicht hinbekommen, sie sollte ja schon letztes Jahr im August stattfinden. Und ich habe ja auch eine neue Freundin, Sylvie – Gott sei Dank! ist sie keine Schauspielerin … Meine Ex und ich haben ja seit 2010 auch gemeinsam die Hochzeitsplaner in „Kreuzfahrt ins Glück“ gespielt. Da bekomme ich jetzt eine neue Filmpartnerin, bin gespannt. Dafür hat sich der leider inzwischen verstorbene Produzent Wolfgang Rademann noch eingesetzt.
KIR München: Oh! Sag mal, Hugo, was schätzt Du eigentlich an Deinem Spezl Marcus?
Hugo Bachmaier: Wir können miteinander lachen, wir haben in einer gewissen Hinsicht denselben Humor. Aber wir sehen uns leider viel zu selten. Wir sind jetzt keine gezwungenen Witzerzähler, aber wir haben eine Grundsympathie zueinander und können auch situationsbedingt sehr viel gemeinsam lachen.
Marcus Grüsser: Und ich mag Hugos Humor, seine Offenheit und dass er genauso ein Dickschädel ist wie ich!
KIR München: Ihr habt bestimmt noch mehr gemeinsam.
Hugo Bachmaier: Tattoos. Zu unserem Frauenstammtisch kommen 22 Geschäftsfrauen, die haben 700 Euro an Weihnachten gesammelt und mir ein Tattoo für den kompletten Unterarm geschenkt. Es ist noch ein bisschen was tattoofrei an meinem Körper, aber nicht mehr ganz so viel. Lacht.
Marcus Grüsser: Da kann ich dem Hugo keine Konkurrenz machen. Ich habe nur zwei Kleine, ganz versteckt.
Hugo Bachmaier: Darf man das überhaupt in Deiner Branche?
Marcus Grüsser: Man darf alles und kann es ja überschminken. Aber es wird nicht so gerne gesehen – offiziell habe ich eben keine Tattoos, hahaha.
KIR München: Marcus, Du hast ja auch mal als Stuntman gearbeitet. Liebst Du die Gefahr?
Marcus Grüsser: Ach, das ist keine Gefahr, das ist eine reine Akrobatik. Jemand, der keinen Purzelbaum kann, der bewundert denjenigen, der einen Purzelbaum kann. Aber wenn du einen Menschen daran heranführst, langsam und Schritt für Schritt, dann kann der irgendwann auch einen Purzelbaum.

KIR München: Ihr seht so aus, als hättet Ihr auch ein Motorrad.
Marcus Grüsser: Stimmt. Seit letztem Jahr habe ich eine Harley. Vorher war ich begeisterter BMW-Fahrer. Aber nachdem ich gemerkt habe, dass meine Reflexe jetzt nachlassen ... Ich habe immer diese Rennsport-BMWs gehabt, doch das ist mir dann irgendwann zu schnell geworden. Und da habe ich gedacht, jetzt bin ich reif für eine Harley.
Hugo Bachmaier: Ich fahre auch zu den Harley-Treffen. Früher bin ich fast alle ab- gefahren. Hamburg zum Beispiel war eine Sensation.
KIR München: Dazu passt ja das Motto „Highway to Helles“ in Deinem Lokal zum elfjährigen Bestehen. Wann geht’s los? Hugo Bachmaier: Am Samstag, 30. April, ab 19 Uhr, bei freiem Eintritt. Und wie immer heißt es bei mir „Guad Essen, G’scheid Feiern“.
KIR München: Wir freuen uns schon drauf - seid Ihr auch schon mal gemeinsam on Tour?
Marcus Grüsser: Nein, leider. Aber ich sage es ihm die ganze Zeit!
Hugo Bachmaier: Das haben wir noch vor uns. Dann fahren wir mal zu zweit an den Gardasee oder so.
KIR München: Klingt wie „Kreuzfahrt ins Glück“. Schaust du das auch manchmal?
Hugo Bachmaier: Ja. Aber eigentlich nur wegen Marcus (lacht).
KIR München: Was mögt Ihr an dem Format?
Marcus Grüsser: Die Landschaft, ganz klar. Da sind immer schöne Leute vor schö ner Landschaft. Das ist das Geheimrezept.
Hugo Bachmaier: Ich finde, das Konzept ist halt einfach eine heile Welt, man trinkt beim Zuschauen vielleicht noch ein Gläschen Wein dabei. Das ist wie Urlaub.
KIR München: Apropos Urlaub – wie findet Ihr denn Schwabing, hat es sich sehr verändert in den Jahren?
Marcus Grüsser: Ja, total. Ich kenne München jetzt seit 1981, allein schon die Geschwindigkeitsrennen von Ampel zu Ampel, das war ja immer legendär.
Hugo Bachmaier: Ich glaube an die Leopoldstraße. Vor 30 Jahren – mit dem den Lokalen Stadtschreiber, Bierkeller und Hopfendole – war Schwabing ja „in“. Da waren der Uli Hoeneß und die Bayernspieler.Dann kam irgendwann das McDonalds an der Ecke rein, und dann ist alles allmählich untergegangen. Aber das Viertel beginnt sich zu revolutionieren. Jedes einzelne Lokal in der Occamstraße ist cool. Die sind alle neu, und da sind nur coole Leute. Und Alt-Schwabing kommt jetzt wieder nach oben. Die Straße ist nicht mehr das, was sie mal war, eine Flaniermeile. Aber die Leopoldstraße hat sich wieder ein bisschen gedreht, weil wieder schickere Geschäfte herziehen, Modeläden und Clubs, wie der neue Mint-Club gegenüber. Davon profitieren wir dann auch, wenn im Sommer wieder hippere Leute vorbeiflanieren. Und vielleicht bei uns einkehren. Sehen und gesehen werden! 
KIR München: Was hat sich in den letzten zehn Jahren in der Gastronomie geändert?
Hugo Bachmaier: Ich stelle fest, die Jugend ist nicht mehr so Gastronomie-orientiert. Es wird immer moderner, an den Eisbach zu gehen, mit ein, zwei Bierträgern im Gepäck statt in ein Lokal. Aber wir können uns nicht beschweren, im Dezember zum Beispiel hat es bei uns gebooomt wie noch nie, da hatten wir diesmal extrem viele Weihnachtsfeiern.
KIR München: Wie sieht das denn in der Schauspielbranche aus, hast Du ein zweites Standbein, Marcus?
Marcus Grüsser: Ja, das braucht man inzwischen, man weiß ja nie, wie es weitergeht.  Mit einem Freund zusammen vertreibe ich spezielle jetzt Grillkohle, die sogenannte „Brick Box“. Das ist ein Würfel aus Holz, und in dieser Holzkiste steckt gepresste Kohle aus Biomasse. Die Schachtel hat unten eine Lunte, die man nur anzünden muss – und nach 15 Minuten kannst du dein ersten Steak auf den Grill legen. Das brennt ganz gleichmäßig und gibt Glut für zwei Stunden. Dieses Jahr gehen wir damit auf den Markt, online und in Baumärkten. 
Hugo Bachmaier: Also viele neue Pläne, genau wie bei uns! Nachdem meine Geschäftspartnerin Tanja Winkler Ende letzten Jahres ausgestiegen ist, ging's ein bisschen rund. Jetzt habe ich zum Glück Sabrina Schuhmacher, die auf selbststän- diger Basis aushilft. Und einen neuen kreativen Küchenchef, Markus Frank, er pimpt gerade die Speisekarte. Sehr beliebt bei uns: der Sonntagsbrunch! Und jetzt, im Frühjahr, natürlich die Terrasse mit Platz für 250 Gäste. Das Bachmaier soll aber auf jeden Fall ein bayerisches Wirtshaus bleiben, mit regionalen und saisonalen Produkten und leichten, vegetarischen Gerichten.